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Toner und Gesundheit - Eine Perspektive

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Redaktioneller Beitrag von Gabriel Fritzen, P.Eng.

Tinte und Toner von Flensburg bis Rosenheim bei Toner Express

In der zweiten Hälfte von 2001 bekamen wir eine Menge Telefonate zum Thema Toner und Gesundheit. Auslöser war ein Bericht in der Zeitschrift "Ökotest" mit dem provokativen Titel "Außen hui, innen pfui". Der Ökotest Bericht behauptete, Laserdrucker würden besorgniserregende Mengen an krebserregenden und anderen Stoffen freisetzen.

Zum ursprünglichen Zeitpunkt dieses Beitrags (September 2001) hatte der Ökotest Bericht außerhalb deutscher Grenzen nach unseren Recherchen keinerlei Beachtung gefunden. Normalerweise kann man in der heutigen Informationswelt damit rechnen, daß wichtige glaubwürdige Neuigkeiten (manchmal auch nicht so glaubwürdige) zum Thema Gesundheit binnen kürzester Zeit rund um den Globus Furore schlagen. Die "SARS Krise" im Jahre 2003 war ein solcher Fall. Eine Zeitung in der WHO gesperrten Stadt Toronto legte dann ein paar Statistiken auf den Tisch, aus denen hervor ging, daß die statistische Wahrscheinlichkeit in Toronto an SARS zu sterben etwa gleich ist mit der Wahrscheinlichkeit, vom Blitz erschlagen zu werden. So schlimm die SARS Krise für die Betroffenen war - als globales Gesundheitsproblem war SARS objektiv gesehen im Verleich zu anderen Bedrohungen der menschlichen Gesundheit ein nicht-Thema. Wenn ein aufreißerischer Artikel, wie der von der Ökotest zum Thema Toner Gesundheit weder internationale Wellen schlägt noch in Deutschland mehr als ein paar Wochen Gesprächsstoff bietet, dann dürfte man daraus gewisse Schlussfolgerungen über das Thema ziehen.

Wie Ökotest in dem Bericht fairerweise ebenfalls berichtete, teilen Hersteller, Berufsgenossenschaften und das Umweltbundesamt (UBA) nicht die Bedenken, daß Toner die Gesundheit ernsthaft gefährdet. Toner sind keine Gefahrstoffe im Sinne der Gefahrstoffverordnung.

Damit sei hier nicht gesagt, daß man in Punkto Toner nicht "gesunden Menschenverstand" walten lassen sollte. Das gilt nicht nur für Toner, sondern für alle staubenden Stoffe. Diejenigen von uns, die auf dem Lande hin- und wieder (natürlich für die Gesundheit) eine Radpartie machen und das Glück haben, "unter dem Winde" eines Mähdreschers vorbei zu fahren, können kaum einen Zweifel daran hegen, daß Mähdrescherstaub eine weit gravierendere Gefährdung der Gesundheit darstellt (für die Mitarbeiter der Landwirtschaft und den Radfahrer, der kurzfristig in einer Staubwolke verschwindet) als Toner, der überhaupt nur in verschwindend geringen Mengen in der Luft zu finden ist. Und für diejenigen, die klugwisserisch kontern "aber Mähdrescherstaub ist eine natürliche Substanz und Toner eine künstliche" sei der Trugschluß ihrer Denkweise mit der Anmerkung klar gemacht, daß auch Knollenblätterpilze und Schierling natürliche Produkte sind Während Insulin und Schilddrüsenhormon künstliche Produkte sind.

Auf der Skala der Risiken für die Gesundheit wird es doch wohl nach gesundem Menschenverstand weitaus wichtigere Prioritäten für die Gesundheit geben als Toner. Raucher, zum Beispiel, nehmen billigend in Kauf, extrem hohe Konzentrationen von karzinogenen Stoffen unmittelbar in ihre Lungen zu saugen. Die Bundesrepublik Deutschland hat als als praktisch einzige Kulturnation nicht geschafft, die Geschwindigkeit auf ihren Autobahnen universell zu beschränken.

Deutsche Verkehrsplaner pflanzen Straßenbäume unmittelbar neben Fahrbahnen, auf denen man mit 100 km/h fahren darf, so daß der geringste Flüchtigkeitfehler eines Autofahrers leicht fatale Konsequenzen hat. Baumgesäumte Alleen mögen ja gut für die Seele sein, aber die Tradition stammt aus einer Zeit, wo die Fürsten Schatten für ihre Pferde und Kutschen brauchten und ist im Autozeitalter einfach ein Anachronismus. Wetten, daß man die Bäume, die stumme Killer an den Rändern deutscher Landstraßen sind, alle zusammen auf nur wenige Quadratkilometer neuen Waldes pflanzen könnte mit dem gleichen positiven Effekt für Luftreinigung, aber mit ungleich größeren Vorteilen für die Wahrung der Gesundheit?

Der Autor ist sich im klaren, daß nicht 100% der Leser diesen Worten vollen Herzens zustimmen wird, aber objektiv gesehen hält er sie für korrekt und fordert jeden Willigen heraus, sie zu widerlegen. Leider leben wir in einer "Opfergesellschaft", wo es schick ist, für jedes Problem einen Verantwortlichen von außen zu finden, anstatt selbst Verantwortung zu übernehmen. Da Toner generell kein gängiger Haushaltsartikel ist, kommen Menschen in erster Linie am Arbeitsplatz damit in Berührung. Hier wiederum kann man bequemerweise den Betrieb, den Hersteller oder wen-immer für vermeintliche Gefährdungen der Gesundheit verantwortlich machen, auch wenn man auf dem Weg zum Betrieb oder vom Betrieb durch den selbst-verursachten Nebel der Fluppe mit 170 Sachen die Autobahn runterbraust um dann die letzten Kilometer mit 120 km/h in 1,5 m Entfernung dicker Baumstämme zu verbringen.

Wir weisen zudem darauf hin, daß auch Ökotest ein kommerzielles Unternehmen ist, dessen Mitarbeiter Geld erwirtschaften müssen. Zeitschriften verkaufen sich nun mal besser mit aufreißerischen Überschriften. Eine objektive und neutrale Berichterstattung ist bei weitem weniger verkäuflich.

Der Autor ist also zusammenfassend der Ansicht, daß Toner, wie viele andere Substanzen, durchaus schädlich für die Gesundheit sein mag, aber auf einer Skala von Prioritäten sollte das Thema "Toner Gesundheit" nicht völlig aus dem Kontext gerissen werden.

Im Internet sind übrigens mehrere offizielle "Sicherheitsdatenblätter" für Toner von Markenherstellern veröffentlicht. Die folgenden typischen Zitate wurden im September 2002 dem Sicherheitsdatenblatt für den Kyocera KM-2530 Toner entnommen:

3. mögliche Gefahren: Es sind keine ernsthaften Gefährdungen für Mensch und Umwelt bekannt. Bei Augenkontakt kann es zu Augenirritationen kommen. Nach Einatmen größerer Mengen kann es zu Lungenirritationen kommen.

4.1. Erste Hilfe: Es sind mit keinen gesundheitlichen Folgeschäden zu rechnen, trotzdem sollten folgende Maßnahmen beachtet werden Haut: mit Wasser und Seife waschen Augen: mit Wasser ausspülen Inhalation: von der Quelle entfernen

4.2. weitere Angaben: Bei Einnahme den Arzt aufsuchen

13. Hinweise zur Entsorgung: Kann mit dem Hausmüll entsorgt oder verbrannt werden (Kyocera nimmt Toner und Tonerrestbehälter kostenfrei zurück)

Wir hoffen, Ihnen eine objektive Perspektive zum Thema Toner Gesundheit geliefert zu haben.